Für Schwimmer, die häufig trainieren (dreimal pro Woche) oder viele Stunden in gechlorten Becken verbringen, Polyester ist aufgrund seiner überlegenen Chlorbeständigkeit und Formbeständigkeit die bessere Wahl. Nylon eignet sich besser zum Freizeitschwimmen, für Aktivitäten im offenen Wasser oder für Situationen, in denen Komfort und ein weicheres Tragegefühl im Vordergrund stehen.
Chlor ist die größte Bedrohung für die Langlebigkeit von Badebekleidung. Die dichtere Molekularstruktur von Polyester verleiht ihm im Vergleich zu Nylon eine weitaus höhere Beständigkeit gegen Chlor und UV-Strahlung. Testdaten von professionellen Badebekleidungsmarken wie Speedo und TYR zeigen, dass hochwertige Polyester-Badeanzüge 200–300 Stunden Gebrauch in chloriertem Wasser aushalten, während vergleichbare Nylon-Anzüge typischerweise nach 100–150 Stunden sichtbares Ausbleichen und Elastizitätsverlust zeigen.
Wenn Nylon Chlor absorbiert, zersetzen sich die Fasern allmählich, wodurch der Anzug dünner wird, halbtransparent wird und seine Dehnbarkeit verliert. Für Schwimmer, die täglich trainieren, bedeutet dies, dass ein Nylonanzug möglicherweise nur eine Saison hält, während ein Polyesteranzug oft ein bis zwei Jahre hält.
Polyester verfügt über eine stärkere elastische Erholung – es widersteht Verformungen auch nach wiederholter Dehnung, weshalb die meisten Wettkampf-Trainingsanzüge Polyester als Hauptmaterial verwenden. Beispielsweise besteht die TYR Durafast-Serie aus 100 % Polyester, das speziell für seine Haltbarkeit und Formstabilität vermarktet wird.
Nylon hingegen wird wegen seiner anfänglichen Passform geschätzt. Die Fasern sind weicher und schmiegen sich besser an den Körper an, sodass sie sich im trockenen Zustand fast wie eine zweite Haut anfühlen. Allerdings nimmt Nylon Wasser auf und quillt bei Nässe leicht auf, was dazu führen kann, dass sich der Anzug im Pool löst. Polyester nimmt fast kein Wasser auf (Absorptionsrate ca. 0,4 %, im Vergleich zu ca. 4 % bei Nylon) und sorgt so während des gesamten Schwimmvorgangs für eine stabile, kompressive Passform.
| Leistungsfaktor | Polyester | Nylon |
|---|---|---|
| Chlorbeständigkeit | Ausgezeichnet | Mäßig |
| UV-Schutz | Ausgezeichnet | Mäßig |
| Weichheit / Komfort | Mäßig | Ausgezeichnet |
| Wasseraufnahmerate | ~0,4 % (nimmt kaum Wasser auf) | ~4 % (nimmt etwas Wasser auf) |
| Lebensdauer (Poolnutzung) | 200–300 Stunden | 100–150 Stunden |
| Preisspanne | Mittel bis hoch | Niedrig bis mittel |
| Farbbeständigkeit | Ausgezeichnet | Mäßig |
Wenn Sie hauptsächlich an Stränden, Seen oder Freibädern schwimmen, bleibt die UV-Beständigkeit von Polyester die bessere Wahl. Die meisten Badebekleidung mit UPF 50 verwenden Polyester oder Polyestermischungen. Bei längerer Sonneneinstrahlung nimmt die Festigkeit von Nylonfasern etwa doppelt so schnell ab wie bei Polyester, und die Farben verblassen deutlich schneller.
Wenn Ihre Outdoor-Aktivitäten jedoch viel Bewegung beinhalten – wie Schnorcheln oder Wassersport –, ermöglicht die Flexibilität und Dehnbarkeit von Nylon (mit einer typischen Bruchdehnung von 15–25 % im Vergleich zu 12–18 % bei Polyester) einen größeren Bewegungsspielraum.
Ein Großteil der auf dem Markt erhältlichen Badebekleidung verwendet Mischmaterialien, um die Stärken der einzelnen Fasern auszugleichen. Die häufigsten Kompositionen sind:
Unabhängig vom Material verlängert die richtige Pflege die Lebensdauer der Badebekleidung erheblich. Für Polyester und Nylon sind die wichtigsten Vorgehensweisen dieselben: Sofort nach dem Schwimmen abspülen, um Chlor- oder Salzrückstände zu entfernen, Handwäsche oder Maschinenwäsche im kalten Schonwaschgang und Lufttrocknung ohne direkte Sonneneinstrahlung – niemals einen Wäschetrockner verwenden.
Wenn die Pflege vernachlässigt wird, verzeiht Polyester mehr. Da es so wenig Wasser aufnimmt, führt selbst das gelegentliche Auslassen des Spülens dazu, dass viel weniger Chlor in den Fasern zurückgehalten wird, was im Laufe der Zeit zu weniger kumulativen Schäden führt.