Strickstoffe gelten allgemein als einige der bequemsten Textilien auf dem Markt, und das ist kein Zufall – es kommt auf die Art und Weise an, wie sie hergestellt sind. Im Gegensatz zu gewebten Stoffen, bei denen sich die Fäden im rechten Winkel kreuzen, werden gestrickte Stoffe aus ineinandergreifenden Garnschlingen hergestellt. Diese Schlaufenstruktur sorgt für eine eingebaute Elastizität, Atmungsaktivität und Weichheit, die gewebte Stoffe einfach nicht auf dem gleichen Niveau reproduzieren können.
Das macht den Komfort von Strickstoffen aus:
Auch der Ballaststoffgehalt spielt eine große Rolle. Baumwolljersey, der in den meisten Alltags-T-Shirts verwendet wird, punktet mit hohem Tragekomfort, kann sich aber bei Nässe schwer anfühlen. Modal- und Bambusstrickwaren sind außergewöhnlich weich, oft weicher als herkömmliche Baumwolle. Wollstrickwaren wie Merino sind auch auf empfindlicher Haut bemerkenswert angenehm, da die Fasern so fein sind, dass sie nicht kratzen. Synthetische Strickwaren wie Polyester können sich für manche Träger weniger natürlich anfühlen, obwohl moderne Mikrofaserversionen deutlich weicher sind.
Ja, praktisch alle Strickstoffe sind dehnbar – und das ist eines ihrer charakteristischen Merkmale. Je nach Art der Strickstruktur und ob Elastan (Spandex/Lycra) hinzugefügt wurde, variiert der Dehngrad allerdings deutlich.
Auch ohne zugesetzte elastische Fasern ist ein Strickstoff dehnbar, da sich die Schlaufen aufgrund ihrer Schlaufenkonstruktion unter Spannung verlängern und beim Entspannen wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehren. Das nennt man mechanische Dehnung . Ein schlichtes T-Shirt aus 100 % Baumwolljersey beispielsweise kann sich allein aufgrund dieser Struktur um 25–50 % in horizontaler Richtung dehnen.
Wenn Elasthan (üblicherweise unter dem Markennamen Lycra oder Spandex verkauft) einem Strick beigemischt wird, nimmt die Dehnbarkeit dramatisch zu und – entscheidend – die Rückfederung verbessert sich. Dadurch kehrt der Stoff nach dem Dehnen zuverlässiger in seine ursprüngliche Form zurück. Gängige Mischungen und ihre typische Dehnungsleistung:
| Stoff | Elasthan-Anteil | Dehnungskapazität | Häufige Verwendungen |
|---|---|---|---|
| Baumwolljersey | 0% | 25–50 % (2-Wege) | T-Shirts, Freizeitkleidung |
| Baumwoll-/Elasthan-Jersey | 2–5 % | 50–75 % (2-Wege) | Taillierte T-Shirts, Leggings |
| Nylon/Elastan (Bademode-Strick) | 15–20 % | 100–200 % (4-Wege) | Badebekleidung, Aktivbekleidung |
| Polyester/Elastan (Performance-Strick) | 10–15 % | 75–150 % (4-Wege) | Yogahosen, Sport-BHs |
| Rippstrick (Baumwolle) | 0–5 % | 50–100 % (in der Breite) | Bündchen, Hosenbund, Tanktops |
Ein Stoff mit Zwei-Wege-Stretch erstreckt sich in eine Richtung (normalerweise über die Breite). Ein Stoff mit Vier-Wege-Stretch erstreckt sich sowohl horizontal als auch vertikal. Die meisten Standardstrickwaren bieten bidirektionalen Stretch, während Hochleistungsstoffe mit einem höheren Elastananteil typischerweise vierdirektionalen Stretch bieten. Für Kleidungsstücke, die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit in alle Richtungen erfordern – wie etwa Gymnastikanzüge, Badebekleidung oder Kompressionsbekleidung – ist Vier-Wege-Stretch unerlässlich.
Neben dem Elastananteil hat auch das Strickmuster selbst Einfluss auf die Dehnbarkeit. Ein Rippstrick (wie er für Bündchen und Kragen von Sweatshirts verwendet wird) kann aufgrund seiner abwechselnden Reihen erhabener und vertiefter Schlaufen bis zu 100 % seiner Breite dehnen. Ein Doppelstrickstoff hingegen ist stabiler und dehnt sich weniger als ein Single-Jersey.
Ja, Strickstoffe können gefärbt werden – der Erfolg hängt jedoch fast ausschließlich vom Fasergehalt ab. Die Faser bestimmt, welche Färbechemie wirkt, wie lebendig die endgültige Farbe sein wird und ob die Farbe über die Zeit erhalten bleibt.
Naturfasern absorbieren Farbstoffe leicht, da ihre protein- oder zellulosebasierte Struktur eine chemische Bindung mit Farbstoffmolekülen eingeht.
Eine Stoffmischung wie 60 % Baumwolle / 40 % Polyester (üblich bei vielen Jerseystoffen) stellt eine Herausforderung dar: Die Baumwolle absorbiert den Farbstoff vollständig, während der Polyester ihm widersteht. Dadurch entsteht ein melierter oder zweifarbiger Effekt – manchmal wünschenswert, aber oft nicht das, was der Färber beabsichtigte. Wenn eine einheitliche Farbe das Ziel ist, wählen Sie einen Strick mit 95 % einer einzigen färbbaren Faser.
Das Verständnis der Unterschiede zwischen gängigen Strickstoffarten hilft bei der Auswahl des richtigen Materials für ein Projekt, sei es zum Nähen, Basteln oder zum Kauf von Kleidungsstücken.
| Strickart | Komfort | Dehnungsstufe | Färbefähigkeit | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Jersey (Baumwolle) | Sehr hoch | Mäßig (2-Wege) | Ausgezeichnet | T-Shirts, Freizeitoberteile |
| Rippstrick | Hoch | Hoch (widthwise) | Gut | Taillenbänder, Manschetten, taillierte Tanktops |
| Französischer Frottee | Sehr hoch | Mäßig | Gut | Sweatshirts, Kapuzenpullis |
| Fleece | Sehr hoch | Niedrig – mäßig | Mäßig (if cotton) | Oberbekleidung, Loungewear |
| Ponte-Strick | Hoch | Niedrig – mäßig | Mäßig | Strukturierte Kleider, Hosen |
| Verriegelung | Sehr hoch | Mäßig | Gut | Babykleidung, Unterwäsche |
| Performance-Strick (Polyester) | Mäßig | Sehr hoch (4-way) | Arm | Aktivbekleidung, Badebekleidung |
Strickstoffe sind relativ pflegeleicht, aber ein paar Fehltritte können ihre Dehnbarkeit, Form oder Weichheit dauerhaft verändern.
Bei richtiger Pflege behalten hochwertige Strickstoffe über Jahre hinweg ihren Komfort, ihre Dehnbarkeit und ihr Aussehen. Ein T-Shirt aus 100 % Baumwolljersey kann beispielsweise Hunderte von Waschzyklen mit minimaler Veränderung der Textur oder Passform überstehen, wenn es in kaltem Wasser gewaschen und auf der Leine getrocknet wird.